Kurz gesagt: Eine barrierefreie Küche braucht ausreichend Bewegungsfläche, für Rollstuhlnutzer etwa 150 × 150 cm, eine unterfahrbare Arbeitsfläche, Spüle und Kochfeld, hochgebaute Geräte und Stauraum in Greifhöhe. Für Rollstuhlnutzer liegt die Arbeitshöhe meist niedriger, oft zwischen etwa 75 und 85 cm, je nach Person. Grundlage für die Planung ist in Deutschland die Norm DIN 18040-2 für barrierefreies Wohnen.
Inhalt
- Was macht eine Küche barrierefrei?
- Was ist eine höhenverstellbare Küche?
- Welche Fördermöglichkeiten gibt es?
- Küche für Senioren: Was ist wichtig?
- Häufige Fragen
Was macht eine Küche barrierefrei?
| Bereich | Lösung |
|---|---|
| Bewegungsfläche | etwa 150 × 150 cm für Rollstuhlnutzer, etwa 120 × 120 cm für Menschen mit Gehhilfen |
| Arbeitsfläche | unterfahrbar, individuelle Höhe, oft etwa 75 bis 85 cm |
| Spüle | unterfahrbar, flaches Becken, platzsparender Siphon |
| Kochfeld | unterfahrbar, Bedienung vorn, Induktion für mehr Sicherheit |
| Backofen | hochgebaut, seitlich öffnende Tür oder versenkbare Tür |
| Geschirrspüler | hochgebaut |
| Oberschränke | mit Lift, der die Böden nach unten holt |
| Griffe | Bügelgriffe, die leicht zu greifen sind |
Was ist eine höhenverstellbare Küche?
Bei einer höhenverstellbaren Küche lassen sich Arbeitsfläche, Spüle oder Kochfeld per Knopfdruck absenken und anheben. Das ist ideal, wenn Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen dieselbe Küche nutzen, etwa eine Person im Rollstuhl und eine stehende Person. Diese Lösungen sind in einer gehobenen Preisklasse.
Welche Fördermöglichkeiten gibt es?
Für barrierefreie Umbauten gibt es in Deutschland verschiedene Förderwege, zum Beispiel über die Pflegekasse bei anerkanntem Pflegegrad oder über Förderprogramme von Bund und Ländern. Welche Förderung aktuell gilt und für dich infrage kommt, klärst du am besten vor der Bestellung bei der Pflegekasse oder einer Wohnberatungsstelle.
Küche für Senioren: Was ist wichtig?
Wer mit 50 oder 60 eine neue Küche kauft, sollte sie gleich seniorengerecht planen, denn sie begleitet einen oft 15 bis 20 Jahre. Du musst dich weniger bücken und strecken, und das Risiko von Unfällen sinkt.
| Lösung | Warum sie hilft |
|---|---|
| Backofen und Geschirrspüler hochgebaut | kein Bücken, schwere Bleche auf bequemer Höhe |
| Schubkästen und Auszüge | alles kommt nach vorn, kein Knien vor dem Schrank |
| Angepasste Arbeitshöhe | schont Rücken und Schultern |
| Induktionskochfeld mit Abschaltautomatik | schaltet ab, wenn kein Topf darauf steht oder zu lange nichts passiert |
| Helles, blendfreies Licht | bessere Sicht bei nachlassender Sehkraft |
| Griffe statt grifflos | leichter zu greifen als Griffmulden oder Push-to-open |
| Kontraste | Arbeitsplatte und Fronten in unterschiedlichen Helligkeiten erleichtern die Orientierung |
| Oberschränke nicht zu hoch | wichtige Dinge in Greifhöhe zwischen Hüfte und Schulter |
Was sollte man vermeiden?
- tiefe Unterschränke mit Türen und Einlegeböden
- Backofen unter dem Kochfeld
- sehr hohe Oberschränke ohne Liftsystem
- glatte, glänzende Böden
- Bedienelemente, die schwer lesbar oder zu klein sind
Sitzend arbeiten
Ein Bereich der Arbeitsfläche, unter dem kein Schrank steht, erlaubt es, im Sitzen Gemüse zu schneiden oder Teig zu kneten. Das schont die Beine und lässt sich auch später noch ergänzen, wenn ein Schrank entfernt wird.
Häufige Fragen
Wie viel Platz braucht man für eine rollstuhlgerechte Küche?
Vor den Küchenmöbeln wird eine Bewegungsfläche von etwa 150 × 150 cm empfohlen, damit der Rollstuhl wenden kann.
Welche Arbeitshöhe ist für Rollstuhlfahrer richtig?
Meist liegt sie zwischen etwa 75 und 85 cm. Die genaue Höhe hängt von der Person und dem Rollstuhl ab und sollte individuell ausprobiert werden.
Was bedeutet unterfahrbar?
Unter der Arbeitsfläche, Spüle oder dem Kochfeld ist kein Schrank, sodass man mit dem Rollstuhl oder einem Stuhl darunter fahren und sitzend arbeiten kann.
Welche Norm gilt für barrierefreie Küchen?
In Deutschland ist die DIN 18040-2 für barrierefreie Wohnungen die wichtigste Grundlage. Sie beschreibt unter anderem Bewegungsflächen.
Gibt es Zuschüsse für eine barrierefreie Küche?
Ja, je nach Situation zum Beispiel über die Pflegekasse oder staatliche Förderprogramme. Die aktuellen Bedingungen solltest du vor der Bestellung prüfen.
Was macht eine Küche seniorengerecht?
Hochgebaute Geräte, Schubkästen, eine angepasste Arbeitshöhe, gutes Licht, Griffe und ein Kochfeld mit Abschaltautomatik.
Welches Kochfeld ist für Senioren am sichersten?
Ein Induktionskochfeld, weil es nur den Topf erhitzt, schnell abkühlt und meist eine Abschaltautomatik hat.
Sind grifflose Küchen für ältere Menschen geeignet?
Eher weniger. Griffe sind leichter zu fassen als Griffmulden oder Fronten, die man zum Öffnen drücken muss.
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